50 Teamplayer für den Kampf gegen die Leukämie gewonnen
09.11.2015
Handballerinnen vom FC Schwarzerden und die Fußballer des FC Freisen haben zur Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke aufgerufen


Die Handballerinnen des FC Schwarzerden mit dem Banner der Stefan-Morsch-Stiftung.
Mehr als 50 Menschen sind seit gestern neu im Team der Lebensretter bei der ältesten Stammzellspenderdatei Deutschlands. Zuschauer, Spieler und Spielerinnen haben sich beim Heimspieltag für Lebensretter in Freisen als potenzielle Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren lassen.


Die Fußballer vom FC Freisen wollen helfen: Lass Dich typisieren!

“Wir sind ein Team – wir werden Lebensretter!“ Diesen Aufruf zur Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke haben vor Wochen die Handballerinnen des FC Schwarzerden gestartet. Sie haben nicht nur die gegnerischen Mannschaften aus Saarbrücken und St. Ingbert mit ins Boot geholt, sondern auch die Fußballer des FC Freisen, die sofort bereit waren, die Aktion zu unterstützen.


Jedes Jahr erkranken etwa 11 000 Menschen an Leukämie – allein in Deutschland. Viele davon sind Kinder oder Jugendliche. Wenn Chemotherapie und Bestrahlung nicht helfen, ist eine Stammzelltransplantation die letzte Chance. Das funktioniert jedoch nur, wenn sich gesunde Spender als mögliche Lebensretter zur Verfügung stellen. In Spenderdateien wie der weltweit vernetzten Stefan-Morsch-Stiftung sind derzeit 25 Millionen Menschen registriert, nichtsdestotrotz ist es oft noch ein Glücksfall, wenn sich ein passender Spender findet.


Die Initiative der Handballerinnen hat nachhaltige Wirkung - vielleicht wird schon in wenigen Wochen oder Monaten ein Spender, der sich in Freisen hat typisieren lassen, einem Menschen, der an Leukämie erkrankt ist, Hoffnung auf Leben schenken können. In jedem Fall aber bietet die Typisierung die Chance, dass nach Jahren, aber auch nach Jahrzehnten später Leben gerettet werden kann.


Jeder Stammzellspender, jede Spenderin bekommt in den kommenden Wochen einen Spenderausweis der Stefan-Morsch-Stiftung zugesandt. Unabhängig davon werden jedoch die Daten jedes jetzt neu registrierten Spenders direkt nach der Analyse der Gewebemerkmale im hauseigenen Labor dem deutschen Zentralregister der ZKRD anonymisiert für weltweite Suchanfragen zur Verfügung gestellt.




Die Stammzellspenderausweise der Stefan-Morsch-Stiftung.

Wie lange bleibe ich in der Stammzellspenderdatei registriert? Bis zum 61. Lebensjahr kann man Stammzellen spenden. Statistische Auswertungen haben jedoch gezeigt, dass ältere Spender sehr viel seltener von den Ärzten als Spender ausgewählt werden. Das Ergebnis dieser Auswertung entspricht den aktuellen Forschungsergebnissen an denen sich gängigen Kriterien zur Spenderauswahl orientieren.


Können Stammzellspender den Patienten kennenlernen? Unter Beachtung datenschutzrechtlicher Bestimmungen ist ein Treffen zwischen Spender und Empfänger nach Ablauf von zwei Jahren möglich, wenn beide damit einverstanden sind. Außerdem kann der Spender, soweit der Patient damit einverstanden ist, auch nach der Stammzelltransplantation über den Zustand des Patienten informiert werden. Aber: Leider ist die Gesetzgebung in diesem Bereich von Land zu Land verschieden und eine Kontaktaufnahme zwischen Spender und Empfänger kann nur erfolgen wenn die nationalen Gesetze der Herkunftsländer dies erlauben. In vielen Ländern ist die Kontaktaufnahme aber nach wie vor erlaubt, unter anderem auch in Deutschland und den USA.


Wie funktioniert eine Stammzellspende? Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.



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